Alte Tischlerei – historische Details

Geschichte

Die Alte Tischlerei
Gransee

18. Jahrhundert

Ein Fachwerkbau
nach dem Stadtbrand.

Das Haus wurde im 18. Jh., wohl nach dem Stadtbrand von 1711, als Fachwerkbau errichtet. Im 19. und frühen 20. Jh. wurde das Haus umfassend umgebaut und erhielt dabei zur Straße hin eine steinerne Fassade, ein Seitenflügel wurde angebaut und im Hof ein Werkstattgebäude errichtet.

Hier lebte und arbeitete in den Gründerjahren eine Tischlerfamilie, die im Obergeschoss wohnte, im Erdgeschoss einen Laden betrieb und im Hofgebäude tischlerte.

Historische Räume der Alten Tischlerei

2019

Vom Schandfleck
zum Refugium.

Nach mehr als 20 Jahren Leerstand kauften wir Ende 2019 das ruinöse Wohnhaus mit Seitenflügel und Hofgebäude. Eine Rankpflanze war durch ein zerborstenes Fenster bis ins Obergeschoss in die Räume gewachsen. An mehreren Stellen gab es Dachdurchbrüche. Die Schäden am Denkmal waren zahlreich. In Gransee sprach man vom „Schandfleck“ in der Rudolf-Breitscheid-Straße.

Für uns aber war klar, dass hier ein besonderes Refugium entstehen kann, in dem sich Familien, kleine Gruppen oder Einzelpersonen zurückziehen, wohlfühlen und in die Zeit des 18. Jh. versetzt fühlen können — allerdings mit dem Komfort unserer Tage.

Die restaurierten Wohnräume

Kernsanierung

Freilegen, was
darunter schlummerte.

Hierzu musste das Gebäude ökologisch kernsaniert werden. Alle Sanierungen ab den 30er Jahren des 20. Jh., die dem Fachwerkhaus schadeten, mussten zurückgebaut werden. Das schöne alte Haus musste unter Zementputz, Lackfarbe und PVC-Belägen freigelegt werden. Eingezogene Wände in einst größeren Räumen und abgehängte Decken in ohnehin schon gedrungenen Zimmern wurden zurückgebaut.

Peu à peu kehrten die alten Aufteilungen der Zimmer, die Korridore und die ursprünglichen Fachwerkwände zurück. Das hofseitige Fachwerk und die Ziegelfassade vom Seitenflügel wurden außen sichtbar gelassen. Die für einen Wohnkomfort unserer Tage erforderliche Dämmung kam auf die Innenseite aller Außenwände — bewusst aus schadstofffreier Holzwolldämmung mit Lehmputz.

Der restaurierte Innenraum

Materialien

Nur was
echt ist.

Alle neu eingesetzten Materialien sind Naturbaustoffe und orientieren sich an den originalen Materialien: Lehm, Kalk, Ziegel- und Naturstein, Holz. Alte Baumaterialien wurden, soweit möglich, wiederverwendet. Verloren gegangene Elemente wurden durch historische Baustoffe ersetzt.

Die zumeist schadstoffbelasteten Materialien der 1930er bis 1990er Jahre wurden vollständig zurückgebaut und entsorgt.

Die Sanierung erfolgte nach den Anforderungen des Denkmalschutzes und mit viel Liebe zum Detail. So haben wir wo immer es möglich war, den ursprünglichen Zustand bewahrt und neue Funktionen integriert.